Urea – der Inhaltsstoff gegen trockene Haut

Urea kommt seit etwa als 200 Jahren zur Behandlung von trockener und geschädigter Haut zum Einsatz.1 Und das hat gute Gründe: Der heute synthetisch hergestellte Harnstoff wirkt feuchtigkeitsregulierend und macht die Haut weich und geschmeidig. Was ist Urea und in welcher Form ist der Stoff in Pflegeprodukten enthalten? Erfahren Sie hier alles zum Thema. 

Was ist Urea?

Urea (Harnstoff) ist ein natürlicher Bestandteil der Haut.2 Sie stellt ein Endprodukt des Stoffwechsels (zum Beispiel von Aminosäuren) dar, welches der Körper mithilfe von Schweiß und Urin ausscheidet.3 Über die Schweißdrüsen wird Urea auf der Haut des gesamten Körpers verteilt und das ist auch gut so, denn der Stoff ist eine wichtige Komponente der schützenden Hautbarriere. Urea bindet Feuchtigkeit, verleiht der Haut Elastizität und schützt sie vor dem Austrocknen. 

Fehlt der Haut Urea, kann es zu trockener, juckender oder schuppiger Haut kommen. Auch einige Hautkrankheiten wie Neurodermitis verursachen manchmal einen Mangel an Urea in den oberen Hautschichten. Urea-Cremes können die Beschwerden lindern, das Wasserbindevermögen der Haut verbessern und damit den Feuchthaltefaktor erhöhen.4 

Woher kommt Urea in Pflegeprodukten?

Heutzutage enthalten kosmetische Produkte wie Urea-Cremes keinerlei Bestandteile tierischen oder menschlichen Urins und sind damit absolut hygienisch.5 Früher sah das anders aus, es wurde zum Beispiel Urin von Pferden genutzt, um trockene, rissige Hautstellen zu behandeln und zu pflegen. Denn die positive Wirkung von Urea auf die Hautgesundheit ist schon seit hunderten von Jahren bekannt. 

Schon seit 1828 existiert das Verfahren des Chemikers Friedrich Wöhler zur synthetischen Herstellung von Urea: Unter starkem Druck und hohen Temperaturen entsteht aus Kohlenstoffdioxid und Ammoniak die organische Verbindung Urea.6 So aufbereitet findet der künstliche Harnstoff seitdem in Kosmetik und Medizin breite Verwendung.

Urea – die vielfältigen Anwendungsgebiete

Frau cremt sich den Körper mit Urea-Pflegeprodukt ein.

Urea ist vor allem aufgrund ihrer feuchtigkeitsregulierenden Eigenschaften Bestandteil verschiedener kosmetischer Hautpflegeprodukte. Zwar ist oft allgemein von Urea-Cremes die Rede, es gibt aber eine weit größere Auswahl an Produkten: Neben Pflege für Gesicht und Körper finden sich auch Handcremes, Shampoos, Waschcremes, Salben für Füße und Hände sowie Badezusätze mit dem Harnstoff. In Kombination mit verschiedenen Pflegeölen oder Vitaminen für die Haut schmeicheln die Produkte strapazierter Haut besonders.

Wie wirkt Urea bei trockener Haut?

Hautkrankheiten wie Neurodermitis gehen oft mit einem verminderten Feuchtigkeitsanteil der Haut einher.7 In diesem Zusammenhang konnte nachgewiesen werden, dass Menschen mit geschädigter Haut signifikant weniger Harnstoff in der obersten Hautschicht (Epidermis) aufweisen.8 

Die Folge: Die Haut wird spröde, trocken und juckt. Leider ist der Feuchtigkeitsverlust auch bei gesunder Haut vorprogrammiert, denn er ist eine Begleiterscheinung der natürlichen Hautalterung. 

Aber auch junge Menschen haben häufig mit trockener und schuppender Haut zu kämpfen, etwa während der kalten Wintermonate, durch Heizungsluft oder häufiges Baden. Gerade in der nass-kalten Winterzeit sollten Sie daher auf intensiv pflegende Kosmetikprodukte zurückgreifen.

Gut zu wissen:

Bei kalten Temperaturen ist es zusätzlich empfehlenswert, das Immunsystem zu stärken

Pflegeprodukte mit Urea unterstützen dabei, die natürliche Hautbarriere wiederherzustellen und den Wasserverlust in der Epidermis zu stoppen.ix Urea hat darüber hinaus hautberuhigende sowie antimikrobielle (das Wachstum von Bakterien hemmende) Eigenschaften.10 Produkte mit einer hohen Urea-Konzentration können zudem eine keratolytische Wirkung zeigen.11 Das bedeutet, dass Urea abgestorbene Hautzellen löst und die natürliche Hautschuppung reguliert.

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Wie hoch sollte die Urea-Konzentration in Pflegeprodukten sein?

In kosmetischen und medizinischen Urea-Produkte ist der Harnstoff in verschieden hohen Anteilen enthalten. Je nach Einsatzgebiet sind Cremes, Gesichts- und Körperlotionen mit einem Urea-Gehalt von 3 bis zu 40 Prozent erhältlich.12

Tipp:

Lassen Sie sich von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten, welche Hautpflege für Sie die richtige ist.

Verbreitete Anwendung bei trockener, juckender Haut finden Pflegeprodukte mit einer Dosierung von bis zu zehn Prozent Urea.13 Körperlotionen sind meist mit einem Harnstoff-Anteil von drei Prozent angereichert.14 Urea-Cremes und Salben weisen oft eine höhere Konzentration von fünf oder zehn Prozent auf.15 

Eine regelmäßige Anwendung von Produkten mit diesen Dosierungen verringert nachweislich einen Feuchtigkeitsverlust der Epidermis, glättet und pflegt die Hautoberfläche.16 Zudem können Lotionen und Salben mit bis zu zehn Prozent Urea die Haut vor irritativen Stoffen wie zum Beispiel Staub oder chemischen Bestandteilen in Waschmitteln schützen.17 

Präparate mit Urea kommen in höheren Dosierungen vor allem bei der medizinischen Behandlung bestimmter Krankheitsbilder wie Verhornungsstörungen (Ichthyosis), Reibeisenhaut (Keratosis Pilaris) oder Schuppenflechte (Psoriasis) zum Einsatz.18 Hochkonzentriert (mehr als zehn Prozent) wirkt Urea hornhautauflösend sowie abschuppend (keratolytisch) und kann Juckreiz lindern.19,20 

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Verträglichkeit von Urea-Cremes

Urea ist ein Abbauprodukt des Aminosäurestoffwechsels und als solches auch in der menschlichen Haut zu finden.xxvi Pflegeprodukte verwenden zwar ausschließlich synthetisch hergestellten Harnstoff, dieser ist jedoch genau wie sein natürliches Vorbild besonders verträglich.27

Es sind keine relevanten Nebenwirkungen oder allergischen Reaktionen bekannt.28 Die wasserbindenden Eigenschaften von Urea hemmen außerdem indirekt das Wachstum von Bakterien, wodurch Produkte mit Urea nur wenige Konservierungsmittel erfordern.29 Dieser Aspekt wirkt sich ebenfalls positiv auf die Verträglichkeit aus. Ureahaltige Pflegeprodukte sind daher sehr gut für Personen mit sensibler Haut geeignet. 


1 Deutscher Apotheker Verlag Dr. Roland Schmiedel GmbH & Co. KG: Harnstoff in Dermatologie und Kosmetik. URL: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2011/daz-6-2011/harnstoff-in-dermatologie-und-kosmetik (07.04.2021).
2 ebd.
3 Berufsverband Deutscher Internisten e.V.: Harnstoff. URL: https://www.internisten-im-netz.de/mediathek/blutbild-erklaerung/harnstoff.html (23.04.2021).
4 Cellena, Leonardo: „Topical urea in skincare: A review.“ In: Dermatologic Therapy 31 (2018) Nr. 6.
5 Deutscher Apotheker Verlag Dr. Roland Schmiedel GmbH & Co. KG: Harnstoff in Dermatologie und Kosmetik. URL: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2011/daz-6-2011/harnstoff-in-dermatologie-und-kosmetik (07.04.2021).
6 ebd.
7 ebd.
8 ebd.
9 Pan, Michael u. a.: „Urea: a comprehensive review of the clinical literature.“ In: Dermatology Online Journal 19 (2013) Nr. 11.
10 ebd.
11 Cellena, Leonardo: „Topical urea in skincare: A review.“ In: Dermatologic Therapy 31 (2018) Nr. 6.
12 Deutscher Apotheker Verlag Dr. Roland Schmiedel GmbH & Co. KG: Harnstoff in Dermatologie und Kosmetik. URL: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2011/daz-6-2011/harnstoff-in-dermatologie-und-kosmetik (07.04.2021). 
13 ebd.
14 ebd.
15 ebd.
16 Puschmann, M./Melzer, A./Welzel, J.: „Großflächige Behandlung juckender, sebostatischer Dermatosen mit einer Polidocanol-Urea-Kombination.“ In: Aktuelle Dermatologie 39 (2003) Nr. 3. S. 77-81.
17 Deutscher Apotheker Verlag Dr. Roland Schmiedel GmbH & Co. KG: Harnstoff in Dermatologie und Kosmetik. URL: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2011/daz-6-2011/harnstoff-in-dermatologie-und-kosmetik (07.04.2021).
18 Pan, Michael u. a.: „Urea: a comprehensive review of the clinical literature.“ In: Dermatology Online Journal 19 (2013) Nr. 11. 
19 Cellena, Leonardo: „Topical urea in skincare: A review.“ In: Dermatologic Therapy 31 (2018) Nr. 6. 
20 Deutscher Apotheker Verlag Dr. Roland Schmiedel GmbH & Co. KG: Harnstoff in Dermatologie und Kosmetik. URL: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2011/daz-6-2011/harnstoff-in-dermatologie-und-kosmetik (07.04.2021). 
21 ebd.
22 Georg Thieme Verlag KG: Warum altert unsere Haut? URL: https://www.thieme.de/viamedici/klinik-faecher-dermatologie-1532/a/warum-altert-unsere-haut-33236.htm (23.04.2021). 
23 ebd.
24 Verbraucherzentrale NRW e.V.: Ist Hyaluronsäure gut für Haut und Gelenke? URL: https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/nahrungsergaenzungsmittel/ist-hyaluronsaeure-gut-fuer-haut-und-gelenke-28509 (23.04.2021). 
25 Deutscher Apotheker Verlag Dr. Roland Schmiedel GmbH & Co. KG: Harnstoff in Dermatologie und Kosmetik. URL: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2011/daz-6-2011/harnstoff-in-dermatologie-und-kosmetik (07.04.2021). 
26 ebd.
27 ebd.
28 ebd.
29 ebd.